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Der Kartoffelplattenspieler

Heitere und besinnliche Geschichten aus dem Alltag

 

Wenn ich aufmerksam und mit hellwachen Sinnen durch mein Leben gehe, dann mache ich täglich eine Vielzahl schöner, interessanter, sowie auch nachdenklicher Erfahrungen, über die es sich lohnt eine Geschichte zu schreiben.

 

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Mein Buch erzählt von Jahreszeitlichen Festen und Bräuchen auf dem Lande, sowie über meine Liebe zur Natur und den Kindheitserlebnissen als Bauerntochter in den fünfziger Jahren. Später als Hausfrau, Ehefrau und Mutter von drei Kindern, ergaben sich immer wieder vergnügte und lehrreiche Situationen, die ich in Worten festgehalten habe. Besonders dankbar bin ich über unvergessliche und wertvolle Begegnungen mit Menschen, die Spuren in meinem Leben zurückgelassen haben und die mich ein Stück meines Lebensweges begleitet haben. Ihnen habe ich viele meiner persönlich erlebten Geschichten zu verdanken.

 

In den Erzählungen: Balsam für die Seele, Glücksmomente und anderem, möchte ich aufzeigen, wie wichtig es ist, achtsam mit unserem wertvollen Körper und unserer empfinsamen Seele umzugehen.

 

Einige meiner Geschichten zeigen auch die heitere Seite des Lebens. In den beschriebenen, alltäglichen Situationen kann sich der Leser oder die Leserin selbst wieder entdecken.

 

Gudrun Schultheiss

 

Die ersten Auflagen des Taschenbuchs sind bereits vergriffen.

 

Nun ist die 3. Auflage mit 7 neuen Geschichten auf 20 weiteren Seiten erschienen und kann zum Preis von € 12.50 gekauft werden.

 

 Nähere Info und Anfragen bitte hier: Email: Gudrun.Schultheiss@Kabelbw.de

 

Inhalt

 

Vorwort

Seite 2

Inhalt

Seite 3

Neujahrswünsche

Seite 4

Laugenbrezeln am Gründonnerstag

Seite 6

Der "siebte" Wochentag

Seite 9

Kindheitserinnerungen

Seite 14

Mein Heimatort PEROUSE

Seite 22

Tante Amalie

Seite 27

Der Kartoffel-Plattenspieler

Seite 31

Eine "ganz besondere" Freundschaft

Seite 35

Mit dem Fahrrad unterwegs

Seite 38

Glücksmomente

Seite 41

Ein ausgefüllter Tag

Seite 45

Eine bewährte Arznei

Seite 51

Lebenswege

Seite 54

Worte zum Nachdenken: Willkommen sein

Seite 57

Der Fahrtenschreiber

Seite 59

Die Kröten in der Vesperdose

Seite 63

Begegnungen, die ihre Spuren hinterlassen

Seite 68

Ein Kirschenbaum erzählt ...

Seite 71

Balsam für die Seele

Seite 74

Prioritäten setzen um gesund zu bleiben

Seite 76

Nur 5 Minuten

Seite 79

Leben mit der Uhr

Seite 83

Herbststimmung

Seite 87

Gedanken zum Thema "ABSCHIED"

Seite 89

Schutzengel

Seite 94

Gedanken vor dem Einschlafen

Seite 97

Ein Blick hinter die Tür

Seite 99

Erwartungen - wie beeinflussen sie unser Leben

Seite 103

Mutters neue Aufgabe

Seite 106

Sonnenblumen im Dezember ?

Seite 108

Begegnungen vor dem Adventsfenster

Seite 111

Kreative Weihnachtsfreuden

Seite 113

Eine unerwartete Weihnachtsfreude

Seite 117

Das Geheimnis am Heiligen Abend

Seite 120

Impressum

Seite 126

 
 
 

Die neuen Geschichten:

Ganz selbstverständlich ; verschiedene Generationen ; in der Gegenwart leben;

Bernhard, mein guter alter Teddybär ; Spezialfutter für die Oma ;

unfreiwilliges Bad am 2. Advent ; die gute Stube

 
 

Der Kartoffel-Plattenspieler

Jedes mal, wenn ich im Nachbarort einen Besuch bei Erika meiner Bekannten machte, wunderte ich mich über den alten, schwarzen Plattenspieler aus den sechziger Jahren. Mir war es ein Rätsel, warum dieses merkwürdige Stück den schönsten Platz in ihrem Wohnzimmer einnehmen durfte. Erika war doch sonst so modern eingestellt und duldete keine ausgedienten Gegenstände in ihrem Hause. Neulich blieb ich wieder vor dem Gerät stehen und probierte gelangweilt die verschiedenen Knöpfe und Schalter aus.

"Es wird schon lange nicht mehr auf ihm gespielt erwähnte meine Bekannte mit einem geheimnisvollen Lächeln im Gesicht."

Ahnungslos wie ich war überschüttete ich sie mit gut gemeinten Ratschlägen wie: "Geb ihn doch zum Sperrmüll oder setze eine Anzeige in der Zeitung auf und verschenke ihn." Warum lässt du so einen Gruscht hier herumstehen?

Fassungslos, fast wütend schaute mir Erika ins Gesicht. " Hör mal, dieser Gruscht, wie du ihn nennst, ist genauso viel wert wie 3650 Tüten Kartoffeln!"

Nun verstand ich überhaupt nichts mehr und Erika bekam Mitleid mit meinem fragenden Blick.

"Hast du ein wenig Zeit, dann erzähle ich dir bei einer Tasse Tee von der Besonderheit dieses ausgedienten Musikgerätes." Sie strahlte mit ihren 50 Jahren wie ein junges Mädchen, das bereit war, ein lange gehütetes Geheimnis zu lüften. Dann lehnte sie sich zurück und begann mir aus ihrer Kindheit in den 60-er Jahren zu erzählen:

"Als 15-jähriges Mädchen, half ich meinen Eltern jeden Sommer bei der Kartoffelernte. Damals gab es noch keine Vollerntemaschinen, die Kartoffeln mussten mühsam von Hand aufgelesen werden und die Sonne brannte oftmals unbarmherzig auf uns herab und machte die Arbeit recht schwer. Mein Vater sah die Mühe und versprach meiner fünf Jahre jüngeren Schwester und mir einen lohnenden Anreiz für unserer Mithilfe. Er gab uns je ein "Zehnerle" (10 Pfennig Stück) für jede braune Papiertüte, die wir mit Kartoffeln gefüllt am Ackerrand abstellten. Jede volle Tüte wog fünf Kilogramm, ein beachtliches Gewicht für uns zartgliedrige Mädchen. Vaters Idee gefiel mir sofort. Neu motiviert machte ich mich an die Arbeit, während meine jüngere Schwester viel lieber denn Mäusen nachschaute, die von Loch zu Loch schlüpften und aufgeregte Piepstöne von sich gaben. Ich dagegen behielt bis zum Abend voll konzentriert die Anzahl meiner gefüllten Papiertüten im Kopf. Wenn ich ganz fleißig war, dann kamen schon 36 bis 40 Stück pro Tag zustande.

Beim Nachtessen gab mir mein Vater 3,60 DM abgezählt auf die Hand. Ich hortete meinen Verdienst ganz sorgsam in einem leeren WECK- Eindünstglas. Täglich konnte ich meinen Pfennigberg darin wachsen sehen, und war stolz auf meine Leistung. Meine Schwester war weniger ehrgeizig, sie gab ihr verdientes Geld oft gleich wieder für Eis, Schokolade oder Spielzeug aus.

In der Zwischenzeit wuchs in mir mehr und mehr der Wunsch nach einer Schallplatte von meinem Lieblingssänger und dem dazugehörigen Plattenspieler. Meine Eltern konnten mir zu der Zeit keinen kaufen und waren auch darauf bedacht, dass wir Kinder den Wert eines 10 Pfennig Stückes und die damit verbundene Arbeit kennen, sowie schätzen lernten.

Als sich der Sommer seinem Ende zuneigte und der Blätterwald bereits eine bunte Färbung zeigte, war mein Münzen- Sammelglas fast bis zum Rande gefüllt.

An einem Regentag ging mein Vater mit mir in ein Fachgeschäft in der nahegelegenen Stadt. Wir schauten gemeinsam, wie teuer wohl ein guter Plattenspieler ist.

365.-DM sagte der Verkäufer, der plötzlich hinter uns stand. Er hatte bemerkt, dass wir vor einem Gerät stehen blieben und Interesse zeigten.

Oh jeh, so viel Geld dachte ich und war in Gedanken bei meinem WECK- Glas das Zuhause auf dem Nachttisch stand.

Am selben Abend machte ich Kassensturz und kippte mit lautem Krach meine gesammelten "Zehnerle" auf den Küchentisch. Die ganze Familie half gespannt beim Zählen. Am Ende saßen 355 Geldtürmchen, bestehend aus je zehn Münzen vor uns auf dem Tisch. In Sekunden schnelle begriff ich, dass mir noch genau 10.-DM fehlten zu meinem Glück. Nochmals 100 Tüten Kartoffeln auflesen, kam es leise von meinen Lippen. Ich weiß bis heute nicht, ob mein Vater den dazugehörigen Stöhner gehört hatte. Jedenfalls glaubte ich zu träumen als er mich anschaute und sagte: ..................

Ich entschied mich für ein Lachen

Diese Geschichte spielte sich schon vor einigen Jahren ab, doch jedes mal wenn ich heute in unserem Badezimmer stehe und die Waschbecken sauber mache, erwacht die Erinnerung an die damalige Situation in mir. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, wenn ich in den Spiegel schaue.

Es war ein Tag wie jeder andere im Leben einer "Nur"-Hausfrau, die einen fünfköpfigen Familienbetrieb zu versorgen hat. Und doch unterschied sich dieser Tag in einem Punkt von seinen vorausgegangenen Kollegen. Ich spürte schon beim Erwachen eine riesengroße Lust auf Großputz. So einen Anfall von Arbeitswut muss ich immer gleich und sofort ausnützen, denn er gehört zu den seltenen Erscheinungen, die in meinem Alltag auftreten.

Also, wo anfangen? Ich entschied mich kurzerhand für unser Badezimmer. Es sollte an diesem Vormittag auf den neuesten und notwendigen Hygienestand gebracht werden. Das hieß, alle Fenster öffnen, die Schürze umbinden, sämtliche biologischen und chemischen Kraftkeulen samt Lappen und Eimer bereitzustellen. Nebenbei noch einer möglichen Stimmungsänderung mit guter Musik im Hintergrund vorzubeugen.

Man glaubt gar nicht, wie viele Ecken und Winkel, Ablagen und Armaturen so ein Badezimmer hat, wenn man es einmal mit den Augen der Reinheit betrachtet. Auch die Ansammlung von duftenden Körperlotionen und sonstigen Verschönerungsmitteln meiner Lieben überwältigte mich völlig. Atemringend verließ ich oftmals den Raum, um den Ausdünstungen von Kalk- und sonstigen -Entfernern keine Chance zu geben, meine vor Gesundheit strotzende Lunge zu schädigen.

 

Die Stunden vergingen wie im Flug und ich hielt durch bis zum bitteren bzw. glänzenden Ende. Eine Unterbrechung gab es nur zum Kochen und Mittagessen. Am frühen Nachmittag stand ich stolz und mit Freude vor meinem fertigen Werk. Während ich meine Schürze auszog, dachte ich: Wäre das schön, wenn es nun eine Zeitlang so sauber bleiben würde. Nebenbei rechnete ich mir aus, wie viel Geld wohl eine professionelle Reinigungskraft für so einen langen Vormittag bekommen würde. Mit Blick auf meine aufgeweichten, schrundigen Hände und meinen schmerzenden Rücken ahnte ich, dass meine Arbeit fast unbezahlbar ist.

 

Ich gönnte mir eine kleine Ruhepause und setzte mich mit einer Tasse Tee auf die Eckbank unserer Essküche. Kurz darauf hörte ich, wie jemand die Haustüre aufschloss. Mein damals 17 jähriger Sohn begrüßte mich mit einem freundlichen Handzeichen durch die offenstehende Küchentür. Ihm folgten wie im Gänsemarsch drei seiner gleichaltrigen Freunde, die mich ebenfalls mit einem höflichen "Grüß Gott" von weitem begrüßten. Jeder von ihnen hatte eine kleine, weiße, raschelnde Tüte in der Hand. Ich konnte beim Vorbeilaufen das Wort "Drogeriemarkt" entziffern. Eine böse Vorahnung begann sich in mir zu regen. Die vier jungen Leute nahmen tatsächlich Kurs auf unser Badezimmer. Minuten vergingen. Ich hielt diese geheimnisvolle Stille nicht mehr aus und rief meinem Sohn von weitem zu: "Flo, was macht ihr denn da ?" Darauf bekam ich zur Antwort: "Mutter, ich färbe meinen Kumpels die Haare, wir sind heute Abend zu einer Party eingeladen." Ab diesem Moment wusste ich, wie es sich anfühlt, wenn die Gefühle Achterbahn fahren. In Sekundenschnelle begriff ich, dass ich nun vor einer Entscheidung stand. Ich konnte entweder vor Wut toben und schimpfen, meinem Sohn die größten Vorwürfe machen und auch mich selbst noch bemitleiden, in dem ich mir die Frage stelle: Warum gerade bei mir und nicht bei einer anderen Mutter? Oder ich hatte die Möglichkeit, einfach über diese komische Situation zu lachen und mich mit diesen vier fröhlichen jungen Menschen zu freuen.

 

Haben Sie liebe Leserinnen und Leser schon einmal erlebt, dass sie sich zu gar nichts von beidem entschließen können?? Mir ging es damals so! Meine Kehle war wie zugeschnürt und mit einem erbärmlich leisen, halswehkranken Stimmchen sagte ich: "Ich habe gerade eben das Bad geputzt!" Später erfuhr ich von meinem Sohn, dass keiner von den Vieren mein leises Klagen gehört hatte. Trotzdem nahm die Geschichte eine unerwartete Wende. ............................

 

Begegnungen, die ihre Spuren hinterlassen

 

Ist es nicht jedem von uns schon einmal so ergangen?

 

Wir treffen unterwegs in der Bahn, beim Einkauf oder anderen alltäglichen Erledigungen einen fremden Menschen und führen mit ihm ein spontanes, anregendes oder auch belangloses Gespräch. Erst Zuhause wird uns dann bewusst, welchen Eindruck diese kurze Begegnung bei uns hinterlassen hat. Wir spüren, dass uns die Ausstrahlung dieses Menschen angenehm berührt hat und die kurze Unterhaltung mit ihm eine Bereicherung für uns war. Einen Moment lang fühlten wir uns sogar sehr verbunden und vertraut mit ihm. Unsere Augen strahlen Bewunderung aus und insgeheim verspüren wir den Wunsch, noch mehr aus dem Leben unseres Gegenübers erfahren zu dürfen. Es hat sich etwas geregt in unserem Inneren. Die Art und Weise, wie dieser Gesprächspartner unser Herz erreichte, auf uns zuging und mit uns redete imponierte uns, stimmte uns freudig und regte noch lange Zeit zum Nachdenken an. Begegnungen mit Menschen können von verschieden langer Dauer sein. Selbst ein kurzer Augenblick kann für unser weiteres Leben von wichtiger Bedeutung sein. Wir lernen auch Menschen kennen mit denen wir einen längeren Streckenabschnitt unseres Lebens zusammen verbringen werden, zum Beispiel in einer notwendig gewordenen Therapie. Jede Begegnung hinterlässt ihre Spuren in unserem Dasein. Sie können unser weiteres Verhalten prägen und verändern, sie sind ein wichtiger Lernprozess für unser Weiterkommen. Gespräche mit anderen Menschen können uns neue Denkanstöße geben. Oft reicht ein kleiner Impuls aus, um festgefahrene alte Gleise verlassen zu können.

 

So ging es mir vor wenigen Tagen im Wartezimmer eines Orthopäden. Ich saß einer älteren, Ruhe ausstrahlenden Frau gegenüber, die sichtbar Schmerzen hatte. Bei einem unglücklichen Treppensturz hatte sie ihre Hand mehrfach gebrochen. Als ich gerade dabei war, ihr mein Bedauern über die bevorstehende, lange Gipszeit auszusprechen, sagte sie mit angenehm fröhlicher Stimme zu mir: „Ach wissen Sie, ich bin so froh, dass es mich getroffen hat. Viel schlimmer wäre es bei meiner Tochter oder einem meiner Enkelkinder. ” Ich bewunderte die positive Lebenseinstellung dieser Frau. Aus dem kurzen Zusammentreffen mit ihr konnte ich viel wertvolles für mich selber mitnehmen. Unsere Unterhaltung regte mich an, einmal genauer über mein eigenes Verhalten nachzudenken. So manches gute Gespräch das wir führen, kann ein Wegweiser für unsere Zukunft sein. Innere Blockaden können sich auflösen, heilsame Kräfte werden in uns mobilisiert. Wir wünschen uns oft so zu werden, wie der Mensch, der gerade vor uns steht, den wir bewundern, weil er uns ein positives Beispiel gibt. So wie die Bettnachbarin im Krankenhaus, die selbst ein schweres Schicksal zu tragen hat und dennoch mit Zuversicht und ihrer fröhlichen Wesensart ihren Mitpatientinnen Mut zuspricht. Immer wieder treffen wir auf Menschen, die uns ein Vorbild sind und denen wir spontan einen festen Platz in unserem Herzen einräumen. Wir gehen gerne auf den Spuren, die sie uns vorleben, weil wir ihren Weg auch für uns als gut und richtig empfinden. Die Bewunderung und Wertschätzung für einen Menschen kann man auch in folgendem Beispiel ablesen. Neulich las ich in einer Autobahnkapelle einen Zettel, der an einer Pinnwand festgesteckt war:

 

DU

 

Du warst ein ganz besonderer Mensch für mich.

 

Als ich dich zum ersten Mal sah, da wusste ich, dass ich Dein Gesicht nie mehr vergessen kann. Deine gütigen Augen strahlten mir Wärme entgegen und deine ruhige Stimme tat meiner Seele gut. Die Worte aus deinem Mund machten mir Mut, als ich nicht mehr weiter wusste.

 

Einen kurzen Streckenabschnitt in meinem Leben hast Du mich begleitet, so lange, bis ich selber weitergehen konnte. Vertrauen konnte wachsen und meine verwundete Seele wurde heil.

 

Danke, dass ich Dir begegnen durfte.

 

Vielleicht sollte uns dieser Text ermutigen, einmal offen auf die Menschen zuzugehen, die in der Begegnung mit uns wertvolle und heilsame Spuren hinterlassen haben. Wir sollten ihnen von Herzen Dankeschön sagen für das, was sie uns aus der Fülle ihres Lebens und aus ihrer Erfahrung heraus weitergegeben haben.

 

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch gerne an manche Referentin, die wir zu unserem Frauenfrühstück eingeladen haben. Aus den wenigen Stunden, die wir miteinander verbrachten und den ansprechenden Vortragsthemen schöpfte ich viel Kostbares und Wissenswertes, was ich nun in meinem Alltag hilfreich anwenden kann.

 

Verschiedene Spuren menschlicher Begegnungen graben sich im Laufe unseres Lebens in unserem Herzen ein. Nicht immer sind es nur Spuren der Liebe, Wertschätzung und Zuneigung. Auch belastende Begegnungen, die unsere empfindsame Seele verletzten haben ihre tiefen Eindrücke hinterlassen und können nicht einfach wieder weggewischt werden. Unsere älteren Mitmenschen tragen noch die Spuren, die der Krieg bei ihnen hinterlassen hat in sich. Es sind Spuren der Trauer und des unsagbaren Leides. Wie kostbar ist für sie die Hilfe von Menschen, die allein durch ihr Dasein und ihr Zuhören eine Verarbeitung des Erlebten möglich machen. Auch wir Eltern, Lehrer und Erzieher hinterlassen eine wichtige Spur im Leben der uns anvertrauten Kinder. Hoffen wir, dass manch ein orientierungsloser junger Mensch auf dem ihm vorgelebten guten Weg wieder Halt findet um sein Leben in gesicherte Bahnen lenken zu können.

 

Beglückende Begegnungen die unsere Seele berühren findet man an vielen Orten der Welt. Auch im Urlaub oder in der Kur traf ich auf Menschen, die mir in kurzer Zeit sehr nahe kamen. In wenigen Gesprächen entwickelte sich ein wertvoller Gedankenaustausch für alle Beteiligten. Und etwas besonders schönes habe ich dabei herausgefunden:...............

 

 

Aus der Leonberger Kreiszeitung 11.12.2007:

 

 

 

Die Ideen kommen Gudrun Schultheiss sogar beim Kochen

 

Eine Freizeitautorin aus Perouse hat ihr erstes Buch veröffentlicht: Im "Kartoffelplattenspieler" sind ernste und heitere Alltagssituationen festgehalten

 

Rutesheim. "Der Kartoffelplattenspieler" lautet der Titel des ersten Buches von Gudrun Schultheiss aus Perouse. Es setzt sich aus 36 Artikeln zusammen, die sie in den vergangenen acht Jahren in Zeitschriften veröffentlicht hat.

 


Von Sabine Koch

 


Neben duftendem Tee und selbst gebackenen Weihnachtsplätzchen liegen zwei Zeitschriften auf dem Wohnzimmertisch bei Gudrun Schultheiss: die christliche Zeitschrift "Frau und Mutter" sowie "Daheim in Deutschland". Für diese beiden Magazine hat die gelernte Erzieherin die Artikel geschrieben. Diese und viele andere Artikel hat sie in einem Buch zusammengefasst: "Der Kartoffelplattenspieler" nennt sie ihr Werk.

 

Den Namensgeber gibt es noch. Schüchtern lächelt die Freizeitautorin und deutet auf das Wandregal neben ihr: Da steht er - der Plattenspieler mit der Aufschrift "Musikus 108 V". Als Kind hatte sie ihn sich mühsam zusammengespart, indem sie bei der Kartoffelernte half und dafür einen kleinen Obolus erhielt. Diese Erinnerung hat sie zwar in ihrem Buch festgehalten, beschreibt sie allerdings nicht aus ihrer eigenen Perspektive. Sie möchte nicht so gerne im Mittelpunkt stehen. Und so lässt sie im Buch eine Bekannte ihre eigenen Ereignisse erleben.

 

Ganz grundsätzlich geht es Gudrun Schultheiss weniger um Erinnerungen: Dem Leser soll das Buch Lebenshilfe geben. In den Erzählungen "Balsam für die Seele" und "Glücksmomente" möchte sie darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, achtsam mit dem eigenen Körper und der Seele umzugehen. Auf sich selbst zu achten, habe sie auch erst lernen müssen, gibt sie zu.

 

In den Schilderungen ihres Alltags sollen sich die Leser wiederfinden können. Vor allem ältere Menschen, so sagt die Perouserin, schätzen das Buch, da jedes Kapitel eine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Aber auch jüngere Erwachsene würden sich freuen zu lesen, wie das Leben vor 50 Jahren im jetzigen Rutesheimer Teilort war.

 

Seit der Veröffentlichung habe sie jedenfalls nur positive Kritik bekommen. Die Fehler bei der Worttrennung, die im Buch auffallen, ärgern sie selbst. Ein Computerprogramm habe die Wörter bei der Gestaltung der Seite auseinandergerissen, erklärt sie.

 

Eine erste Lesung hat Gudrun Schultheiss bereits hinter sich. Beim Perouser Frauenfrühstück hat sie einige ihrer Geschichten vorgetragen, die sehr persönlich sind und in denen sie ihre Gefühle offen anspricht.

 

Blickt man auf die zierliche Frau, glaubt man kaum, welch große Energie in ihr steckt. "Ich habe mich einfach überwunden, den ersten Artikel vor acht Jahren an die Redaktion von Mutter und Kind" zu schicken", gibt sie denn auch offen zu.

 

Danach fragte die Redaktion von sich aus nach weiteren Artikeln. Das Lob der Redakteure hat sie motiviert, weitere Beiträge zu schreiben, erzählt sie nicht ohne Stolz. Bekannte aus ihrem Dorf haben sie schließlich darauf gebracht, die veröffentlichten Artikel in einem Buch zusammenzustellen.

 

Die Ideen für ihre Artikel kommen spontan. Neben dem Herd liegt immer ein kleiner Block bereit, auf den sie ihre Gedanken schreibt, wenn ihr während des Kochens eine Geschichte für einen neuen Artikel einfällt.

 

100 Ausgaben des "Kartoffelplattenspielers" hat sie schon verkauft, 100 weitere hat sie nachdrucken lassen und verkauft sie in Buchhandlungen in Leonberg und Rutesheim. Auch in den Hofläden der Bauern Servay und Schüle in Perouse liegen sie aus. Momentan konzentriert sie sich auf ihre Tätigkeit in der Nachbarschaftshilfe und auf die Spaziergänge mit Schäferhündin Kora.

 

Ein neues Buch ist vorerst nicht geplant, aber in Zeitschriften werden ihre Artikel auch nächstes Jahr wieder zu lesen sein.

 

11.12.2007 - aktualisiert: 11.12.2007 06:06 Uhr